Kleingärten im Jahr der Biodiversität naturnäher gestalten

06.07.2010 Gundula Klaemt

Mohn im Wildblumenbeet - Gundula Klaemt
Mohn im Wildblumenbeet - Gundula Klaemt
Gärten können umso mehr zum Erhalt der heimischen Flora und Fauna beitragen, desto natürlicher in ihnen angebaut wird.

Das Jahr der Biodiversität gibt Anlass, darüber nachzudenken, wie der Garten natürlicher bewirtschaftet und gestaltet werden kann. Die Natur entfaltet sich in Kleingartenanlagen wie auch in Hausgärten im kleinen Maßstab, wenn diese Kleinstrukturen naturnah eingerichtet werden. Dabei sind der Nutzen für uns selbst und die Förderung heimischer Pflanzen und Lebensgemeinschaften in ökologischen Parzellen idealerweise eng miteinander verflochten. Ein Nebeneinander und Ineinander aller Zustände der keimenden, wachsenden und abgestorbenen Lebewesen ist das Ergebnis von Bewuchsverhältnissen ohne unnötige künstliche Eingriffe und ohne ein Übermaß an Pflege.

Naturschutz im Garten?

Lebende und tote Pflanzen, Steine, Erde, Fallholz, Luft und Wasser, Licht und Schatten bilden der Vielfalt zu Liebe fließende Übergänge, aber keine isolierten Einheiten. Auch wenn es im Garten nicht um nennenswerten Artenschutz für bedrohte Pflanzen und Tiere der Roten Listen gehen kann, gewinnen die kleinen Areale durch Naturnähe doch an Bedeutung als wichtige Teillebensräume, sog. Trittsteinbiotope für integrierte Wildpflanzen und -stauden sowie Insekten, Vögel, Kleinsäuger, Lurche und Kriechtiere.

Den Garten mit natürlichen Elementen gestalten

Mit Hügel-, Stein- und Hochbeeten, Kräuterspiralen, Pergolas, Feuerbohnen-Tipis, Trockenmauern, Teichen mit feuchten Senkenufern, Stein- und Findlingshaufen, liegenden Baumstämmen als Sitzgelegenheiten, Baumhäusern und Nistkästen aus Naturmaterialien lässt sich jeder Garten lebensfreundlicher und vielfältiger umgestalten als es eine gemähte Rasenfläche ist. Hohlraumreich gestapeltes Brennholz oder gar Totholzhaufen etwa zwischen Himbeeren bieten Blindschleichen, Eidechsen und holzbohrenden Insekten Unterschlupf. Alternativ kann ein mit Löchern gespickter Hartholzklotz in einen Baum gehangen werden. Natürlich darf ein Kompostplatz als Mittelpunkt der Stoffumsätze zwischen Boden, Pflanzen, Tieren und Menschen und als Düngerlieferant im naturnahen Nutzgarten nicht fehlen. Im Minigarten taugen auch Kompostiergefäße.

Welche Pflanzen kommen in den Naturgarten?

Der Pflanzen- und Gehölzauswahl kommt große Bedeutung zu. Ist ausreichend Platz vorhanden können für die hiesige Kulturlandschaft typische Obstbaum-Hochstämme im Abstand von zehn Metern gepflanzt werden. Bei knapper Fläche bietet sich statt Apfel oder Süßkirsche eher ein Birnen-Hochstamm mit nur halb so viel Platzbedarf von 50 m² an. Die beschattete Fläche darunter ist nur beschränkt nutzbar. Wird eine Blumenwiese angelegt, stellt sich eine Begleitflora aus Moosen, Gräsern und Blütenpflanzen ein, die wiederum die typische Begleitfauna der Streuobstwiesen anzieht. Schädlinge werden durch standortangepassten Arten- und Sortenreichtum, ausgewogene Kompostdüngung und Schnittpflege fern gehalten. Laugen und Brühen als Spritzmittel können ökologisch aus Kräutern hergestellt werden wie Schachtelhalmbrühe gegen Pilzinfektionen.

Wildsträucher und Hecken eignen sich in den Saumbereichen des Gartens. An Wänden von Laube und Haus winden sich gern heimische Klettergehölze wie Efeu, Wilder Wein oder Blauregen. Wicken und Winden oder auch Brombeerhecken begrünen Drahtzäune.

Standortangepasste Wildblumen für mehr Natürlichkeit

Was wäre ein Garten ohne Blumen? Wie wäre es mal mit einem Wildblumenbeet? Dafür sind Blumen zu bevorzugen, die in unserem Klima heimisch sind. Das können Klatschmohn, Kornblume, Gelbe Lupine, Feldenzian, Tausendgüldenkraut und Buntes Vergissmeinnicht sein. Im Handel wird eine Fülle an Wildarten als Samen und Mischungen angeboten.

Wie extensiv kann der Gemüsegarten sein?

Gemüsebeete sind 120 cm breit und je nach Selbstversorgungsgrad beliebig lang. Je ertragreicher der Gemüsegarten sein muss, umso weniger extensiv kann er bewirtschaftet werden. Darum ist in diesem Teil des Gartens die maximal mögliche Naturnähe mit der Kompostdüngung, der mechanischen Wildkrautregulierung, der Fruchtfolge und mit Mischkulturen erreicht. Da chemische Pflanzenschutzmittel mit den Ansprüchen eines Naturgartens im Widerstreit stehen, ist der Wechsel zur Biologischen Schädlingsbekämpfung unausweichlich.

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  • Mohn im Wildblumenbeet - Gundula Klaemt

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  • Artenvielfalt im Naturgarten - Gundula Klaemt

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  • Gärten als kleinstrukturierte Trittsteinbiotope - Gundula Klaemt

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  • Bohnen-Tipi begrünt den Garten - Gundula Klaemt

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  • Schmetterlinge lieben Blüten der Pfefferminze - Gundula Klaemt

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